Film: Mit dem Tango durchs Leben

Am 02. Juni 2022 wurde der Film „Con el Tango“ von Judith Albrecht und Urquiza Tango Productions im Rahmen des EMBRACE TANGO FESTIVAL BERLIN im Berliner „Il Kino“ in Anwesenheit der Protagonisten Ester Duarte und Chiche Núñez gezeigt und gefeiert. Beide Aufführungen an diesem Abend fanden vor ausverkauftem Haus statt. Und die, die ein Ticket ergattert haben, erlebten einen Abend voller ehrlicher Emotionen, die zum Untertitel des Films passten: „Die Realität des Tangos im Rahmen des Lebens“.




Der Film geht der Frage nach, was mit dem Selbstgefühl und dem Tanz passiert, wenn man seine Heimat verlassen hat. Und wenn man auf dem Fundament Tango ein Leben als Paar aufbaut: Chiche und Ester eröffnen in Berlin den Salon Urquiza. Sie sind nicht nur ein Tanzpaar. Sie sind auch ein Liebespaar. Sie wollen sich ein Zuhause schaffen und den „Urquiza-Stil“ unterrichten. Parallel treten sie international auf, sie werden Eltern - und werden mit der Realität konfrontiert: Nach nur 5 Monaten geht Ester mit der gemeinsamen Tochter Emuná zurück nach Kopenhagen. Esters Heimat. Dort ist sie aufgewachsen. Die Liebe hält der Realität nicht stand. Und Chiche und Ester gehen offen damit um. Sie sprechen über die Höhen und Tiefen ihrer gemeinsamen Zeit, über die guten und weniger guten Erinnerungen und über die schönen und weniger schönen Momente.



Judith Albrecht (Regie) und Chiche Núnez mit Tochter Emuná bei der Premiere des Film "Con el Tango" im Rahmen des Embrace Tangofestival Berlin im Juni 2022.
Judith Albrecht (Regie) und Chiche Núñez mit Tochter Emuná

In dem Film „Con el Tango“ wird weniger das oberflächliche Scheitern einer Liebes- und Arbeitsbeziehung thematisiert, sondern es werden auch die Hintergründe beleuchtet. Und genau das macht den Film so überzeugend: Chiche stammt aus Buenos Aires, Ester ist Tochter einer polnisch-jüdischen Mutter und eines kapverdischen Vaters. Dazu kommt der argentinische Tango: „Was für eine Verwirrung!“, wie sie selbst im Film sagt. Und so erzählen die beiden von ihrem Leben mit dem Tango - und den Verwirrungen, die dieses Leben mit sich gebracht hat.



Ester Duarte bei der Premiere des Film "Con el Tango" im Rahmen des Embrace Tangofestival Berlin im Juni 2022.
Ester Duarte

Die Dreharbeiten zum Film haben mehr als 10 Jahre gedauert. Nach der Trennung von Chiche und Ester war es zunächst nicht klar, ob weiter gedreht wird. Es ging weiter. Und gerade dieser Bruch verstärkt die Intensität des Films. 3 Jahre wurde für die Postproduktion benötigt. Im April 2020 wurde „Con el Tango“ fertiggestellt. Die geplante Premiere fiel der Corona-Pandemie zum Opfer. Er wurde jedoch im Rahmen des „Jewish Culture Festivals“ vorgestellt und erhielt internationale Beachtung: Beim „South Film and Arts Academy Festival“ in Chile erhielt der Dokumentar-Film eine Auszeichnung. Beim „ARFF Paris - International Awards“ erhielt „Con el Tango“ eine ehrenhafte Nennung in der Kategorie bester Dokumentarfilm - und beim Independent „Marina del Rey Film Festival“ in Los Angeles wurde der Film als bester fremdsprachiger Film ausgezeichnet. Nach einer Aufführung des Films Anfang 2022 in Wien wurde der Film jetzt in Berlin gezeigt.

Nun sind die Macher auf der Suche nach einem Filmverleih. Und wer die Chance hat, den Film in seiner Nähe im Kino zu sehen, sollte sich ein Ticket besorgen. Es lohnt sich!



Premierenfeier des Films "Con el Tango" in Berlin im Rahmen des Embrace Tangofestival Berlin im Juni 2022
Feier nach gelungener Premiere des Films "Con el Tango"

>> zur Homepage von „Con el Tango“

>> Erklärung zum Urquiza-Stil

>> Interview in der Sendung TANGO ON AIR

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