Logbuch: Das Mala Junta in Berlin

Tanz in die Zukunft: Teil 3


In unserer Reihe "Tanz in die Zukunft" stellen wir Tango-Professionals und ihre Pläne für die Zukunft vor. Wie sind sie durch die Krise gekommen? Was planen sie für den Re-Start und die Zeit danach? Judith Preuss berichtet über das Mala Junta, Die Vielfalt des Tangos in Berlin:

Lockdown-Tango: Plötzlich alles anders als gedacht


Tangostudio Mala Junta in Berlin-Schöneberg

Das Mala Junta hat die allgemeine Unruhe Mitte März zu spüren bekommen. In der Woche vom 9. – 14. März sind die Teilnehmerzahlen plötzlich enorm eingebrochen, die letzte Mittwochsmilonga vom 11. März 2020 war die leerste Milonga in 17 Jahren, so dass wir im Team gerade beschlossen hatten für eine Woche zu schließen, als dann auch der allgemeine Lockdown uns erreichte. Zuerst einmal mussten wir uns sortieren – wir machten ein Teammeeting und sendeten ein Kurzvideo an unsere Schüler, dass wir hofften, diese unbestimmte Zeit gut zu überstehen. Da ein Teammitglied selbst gleich von Corona betroffen war, stellten wir die ersten Wochen weitere Zusammenkünfte ein und organisierten uns schnell über Zoom. Das Osterseminar, das Embrace Tangofestival an Pfingsten und geliebte Tangoreisen wie z.B. nach Kreta konnten nicht stattfinden. Im guten Zusammenspiel mit dem Lehrerteam konnten wir das bereits geplante 17. Jubiläum von Mala Junta zumindest durch ein Live-Streaming von Quinteto Angel aus dem Studio heraus im Mai retten. Zudem haben wir gleich im Frühjahr begonnen, Unterrichtsvideos zu drehen und werden hoffentlich noch im Januar 2021 beginnen, diese auf unserem neuen Vimeo Portal anzubieten.

Von analog zu digital


Das Drehen von Videos und das Unterrichten auf Zoom hat uns erst einmal auf der technischen Seite sehr herausgefordert und tut es bis heute. Wir müssen unseren Unterricht auf die Begebenheiten anpassen – die Technik vor dem Unterricht gut vorbereiten, den Stundeninhalt so gut strukturieren, dass wir es für EinzeltänzerInnen und Paare interessant gestalten, damit jeder aus seinem Wohnzimmer heraus mitmachen kann. Videoaufnahmen müssen geschnitten, Musikrechte beachtet, Licht- und Raumverhältnisse ausprobiert werden und vieles mehr. So sehr es auch Spaß macht, Neues dazu zu lernen, es kann sich nicht jeder Tangolehrer für diese neuen Aufgaben begeistern - und so manches Teammitglied nutzt auch die Zeit für andere Dinge als den Tango. Zwischen den beiden Lockdowns war die Begeisterung über echten Präsenzunterricht zu spüren. Es war nicht einfach, die erforderlichen Hygienekonzepte gut & konsequent durchzusetzen. Gern hätten wir bzw. die Schüler manchmal beim passionierten Tangounterricht die Corona Epidemie vergessen. Das war natürlich nicht möglich und der zweite Lockdown kam dann auch nicht mehr ganz so plötzlich wie der erste.


Café Domnguez im Tangostudio Mala Junta in Berlin-Schöneberg

Café Dominguez im Mala Junta

Den Blick voraus zurück in die Vergangenheit

Inzwischen sind wir etwas entspannter im Umgang mit der Technik beim Online-Unterrichten, haben das Format des Tango Team Talks auf Zoom mit dazu genommen und widmen uns erneut dem Drehen weiterer Videos. Ich freue mich, dass der Zusammenhalt im Mala Junta Team weiterhin groß ist – wir treffen uns regelmäßig digital, tauschen uns über Tango-Online-Möglichkeiten aus, suchen nach neuen Projekten und helfen uns bei den diversen Antragsstellungen.

Wir freuen uns sehr über die vielfältige Unterstützung moralischer und finanzieller Natur durch unsere Tangoschüler und Tangokollegen weltweit und laden euch herzlich ein, unser