Tanz mit dem Coronavirus - Teil 2

Ist der Tango eine Blase oder Teil der Gesellschaft?


Tanz mit dem Coronavirus - Teil 2

Nachdem Teil 1 mit dem Untertitel „Die Krise beweist: Tango immunisiert nicht gegen Verschwörungstheorien“ vor allem bei Facebook zu Diskussionen angeregt hat, soll an dieser Stelle noch einmal darauf eingegangen werden. Auf der einen Seite gab es sehr viel Zustimmung - auf der anderen gab es jedoch auch LeserInnen, die den Text als „schockierend“ empfanden und die entsetzt waren. Ihr Vorwurf: Der Text spaltet die (Tango-)Gesellschaft und stellt jemanden an den sozialen Pranger. Hintergrund: Am Rande eines Tangokurses wurde u.a. behauptet, dass Kinder beim Tragen einer Maske gestorben seien. Abgesehen davon, dass diese Behauptung nichts in einem Tangokurs zu suchen hat, ist sie falsch! (einen Faktencheck dazu gibt beim ZDF: >>Link). Rhetorische Frage an dieser Stelle: Ist das eine Meinung - oder eine Falschmeldung, die doch wohl eher zur Spaltung der Gesellschaft beiträgt? (der gesamte Sachverhalt ist im Teil 1 nachzulesen). Ist es nicht viel schockierender, wenn Corona-Leugner sich nicht an die Maskenpflicht halten, ungefragt alle möglichen Personen zur Begrüßung umarmen und damit riskieren, andere anzustecken?

In Teil 1 ging es lediglich darum, einen Vorfall innerhalb der Tangoszene zu beschreiben und festzustellen, dass es Tangueros und Tangueras gibt, die eine alternative Meinung haben, die für viele andere rein gar nichts mit der nachweisbaren Realität zu tun haben (an dieser Stelle stellen sich manche die Frage: „Was genau ist die nachweisbare Realität? Die aus den so genannten Mainstream-Medien und anerkannten Fachleuten - oder die der so genannten alternativen Medien und der „verkannten“ Experten?“ Egal, welches Medium bemüht wird: Die Fakten und seriöse Quellenangaben sollten schon nachvollziehbar sein und stimmen. Das gilt natürlich auch für die etablierten Medien. Seiten ohne Impressum oder ohne Angabe zum Verfasser eines Textes sollten kritisch betrachtet werden. Es ist grundsätzlich gut, dass es ergänzend zu den Öffentlich-Rechtlichen Sendeanstalten, zu den etablierten Tages- und Wochenzeitungen und anderen als seriös geltende Medien alternative Sprachrohre wie z.B. den YouTuber Rezo (der Meister der Quellenangaben, der überwiegend ganz andere als politische Themen aufgreift) oder der YouTube-Kanal mailab von Mai Thi Nguyen-Kim gibt. Das ist zu begrüßen. Unabhängige Stimmen und Medien sind ein wichtiger Bestandteil einer demokratischen Gesellschaft.