Vorgestellt: Musiktipps aus der Redaktion - Teil 8

Dem Tango eine Seele geben

Eine Hommage an Roberto Goyeneche


Roberto Goyeneche im Film "Sur- Süden" von Fernando E. Solanas


Meine erste Berührung mit dem Tango sollte wegweisend sein. Es war im Jahr 1988, als ich an einem regnerischen Herbstabend gebannt im Kinosessel saß und mir den sehenswerten Film „Sur - Süden“ von Fernando Solanas angesehen habe. Die fein auf das Werk abgestimmte Musik von Astor Piazzolla ging mir unter die Haut. Und als dann Roberto Goyeneche in einer Sequenz vor dem Café Sur zum Bandoneonspiel von Nestor Marconi „Vuelvo al Sur“ sang, war ich fasziniert.

Goyeneche, Jahrgang 1926, verkörperte für mich den liebenswerten, vom Leben gezeichneten Bohemian. Sein pointierter, brüchiger Sprechgesang war eindringlich und ohne jeden Pathos. Überzeugend klärte er über die Zerbrechlichkeit der Liebe auf und gab dem Tango eine Seele.

Roberto Goyeneche heuerte in jungen Jahren im Orchester von Raúl Kaplún an. Später arbeitete er unter anderem mit Horacio Salgán und Anibal Troilo zusammen. Und natürlich mit Astor Piazzolla. 1994 starb er im Alter von nur 68 Jahren.


In seinem Artikel „Sex, Wut, Liebe und Protest. Der Tango - geboren in den Eingeweiden der Unterwelt“ schreibt Volker Skierka über Argentinien, Tango und Goyeneche (erschienen am 29. Mai 1993 in der Süddeutschen Zeitung Nr 122). Lesenswert! >>Link


Nachfolgend 6 Tangos mit Roberto Goyeneche.

Die vorgestellten Stücke sind bei Spotify zu finden:

(Einfach auf PLAY klicken und kostenlos anmelden, um die Lieder in ganzer Länge zu hören):









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